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60 Beteiligte bei einer ungewöhnlichen Übung im Kirchberger Wald

Wenn Menschen verloren gehen, schlägt normalerweise die Stunde der Hunderettungsstaffel. Im Landkreis Biberach ist das die Hundestaffel des Arbeiter-und Samariterbundes (ASB) in Orsenhausen.

Es sind die stillen Helfer, die mit ihren Hunden auf die Suche nach Vermissten gehen, und das passiert häufiger als man denkt: Schon 18 Mal sind die Hunderetter dieses Jahr ausgerückt. Meist sind es Demente, die vermisst werden, oder Menschen, die einen Selbstmord angekündigt haben, die die Helfer auf den Plan rufen. Manchmal verlaufen sich auch Kinder aus Zeltlagern. Dann wird ebenfalls die Staffel gerufen. Die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren ist nach Aussagen aller Beteiligten aber noch zu wenig ausgebildet.
 
Genau deswegen fand am Samstagnachmittag eine Übung der besonderen Art im Kirchberger Forst statt. Initiator war Kirchbergs Feuerwehrkommandant Jürgen Hermann. Das Übungsszenario, an dem auch die Nachbarfeuerwehr Gutenzell teilnahm, war folgendes: Eine Person wird im Wald vermisst, die Feuerwehr wird alarmiert, und auch die Hundestaffel soll mithelfen.
 
Feuerwehren haben sehr kurze Alarmierungszeiten; binnen Minuten sind sie vor Ort. Ganz anders dagegen die Hundestaffeln, deren Mitglieder zwar auch jederzeit und überall gerufen werden können, die aber im Zweifelsfall erst von ihrem Arbeitsplatz nach Hause fahren müssen, wo sie ihre Hunde halten. Daher sind eine Stunde oder etwas mehr übliche Zeiten, wie Einsatzleiter Uli Gölkel erklärte.
 
23 Kirchberger und 25 Gutenzeller Feuerwehrler, die laut Drehbuch bereits nach Minuten vor Ort waren, durchkämmten zunächst teils extrem unwegsame Waldstücke. Das war für alle Beteiligten ein ungewohnter Kraftakt, aber die Teams wurden irgendwann fündig, im zugewachsenen Teil brauchten sie dazu deutlich mehr Zeit als in verhältnismäßig offenem Gelände.
 
Im zweiten Teil der Übung kamen dann die Hundeführer zum Einsatz. Was für die Feuerwehrleute ein harter Einsatz war, war für die Hunde im wahrsten Sinne des Wortes ein Spiel: Innerhalb von Minuten hatten sie die Opfer lokalisiert und ihre Besitzer mit lautem Bellen auf ihren Fund aufmerksam gemacht.
 
Ziel der Übung war, das Zusammenspiel zwischen Feuerwehr und Hunderettung einzuüben, denn vergleichbare Übungen gab es bis Samstag noch keine. Man kenne sich eben nicht, klagte eine Hundeführerin. Oft vergingen vier oder fünf Stunden, bis die Verantwortlichen überhaupt auf die Idee kämen, die Hundestaffel zu alarmieren. Ein weiteres Übungsziel war herauszufinden, wer welche Aufgaben bei einer Rettung besser bewältigt und wie Feuerwehr und Hunderetter einander ergänzen können. So sind beispielsweise die Hundeführer stets mit Sanitätern unterwegs, die sehr professionell Erste Hilfe leisten. Auf der anderen Seite verfügen Feuerwehren über ein großes Arsenal an Gerätschaften und haben mehr Erfahrung darin, Verletzte aus schwierigen und gefährlichen Situationen zu bergen.
 
Alex Pfeiffer, eine der Hundeführerinnen wertete es schon als großen Erfolg, dass diese Übung überhaupt zustande kam: “Die Ausbildung der Hunde ist langwierig, das Training zeitintensiv und die Belastung von Mensch und Tier enorm, besonders, wenn wir nach Dementen oder Suizid-Gefährdeten suchen müssen.“ Nach so einer großangelegten Übung werde die Arbeit besser wahrgenommen, und setzte hinzu: „Vielleicht können wir auf diese Weise auch mehr Nachwuchs gewinnen.“
 
Bericht von Kurt Högerle